Mit 600 € in den Gemeinderat

Es ist der BürgerListe St. Wolfgang gelungen mit einem finanziellen Aufwand von 600,-€ in den Gemeinderat einzuziehen. Das nennen wir effiziente und zielorientierte Finanzpolitik. Wir haben gezeigt, daß mit wenig Mitteleinsatz ein hoher politischer Nutzen erzeugt werden kann.

 

Als wir zur Wahl antraten, hatten wir zwei Ziele: in den Gemeinderat einzuziehen und die absolute Mehrgheit der ÖVP zu brechen. Beides ist gelungen. Der kleine Schönheitsfehler aus unserer Sicht: wir hätten uns zwei Mandate gewünscht.

Wir bleiben aber optimistisch: In sechs Jahren sind wieder Wahlen und dann werden wir wohl an dem gemessen werden, was wir erreicht haben.

 

Trotz eines Lagerwahlkampfes von ÖVP und SPÖ haben wir als einizige politische Gruppe Stimmen gewonnen. Alle anderen drei Parteien haben, obwohl die Wahlbeteiligung gestiegen ist, Stimmen an die BürgerListe verloren:

ÖVP  804 (-2,28%)

SPÖ  677 (-1,72%)

FPÖ  135 (-1,88%)

BL    101 (+5,88%)

Damit liegt St. Wolfgang gegen den Trend in Oberösterreich. Die Bürgerinnen und Bürger von St. Wolfgang haben wieder einmal bewiesen, daß sie ihren eigenen Willen besitzen und diesen auch gegen die Strömungen der Zeit behaupten.

 

Der Wahlkampf war härter als erwartet. Erstmals trat eine vierte Kraft an, was die Parteien aufgeschreckt hat. Die Parteien waren gewohnt, ruhig und ohne Beobachtung von außen arbeiten zu können, dadurch herrschte am Beginn des Wahlkampfes Verunsicherung. Mit zunehmender Dauer haben sich die beiden Lager (ÖVP/SPÖ) jedoch gegenseitig mit Darstellungen und Gegendarstellungen abgewertet. Umso beachtlicher ist, daß sie ihre Stimmenanteile beinahe halten konnten.

 

Die Bürgermeisterwahl ging hingegen denkbar knapp aus. Mit ein paar Stimmen weniger hätte es eine Stichwahl gegeben. Es wird interessant werden, wie sich die politische Landschaft verändert. Wird es weiterhin 95% einstimmige Gemeinderatsbeschlüsse geben, jetzt, wo das Argument der absoluten Mehrheit fehlt?

Wir werden darüber berichten.

 

Interessant wird sein, ob die SPÖ versucht, neue Ideen einzubringen und diese auch mit Hilfe der Oppositionsparteien durchzusetzen oder ob sie auf das altbewährte Muster zurückgreift, die ÖVP bei ihren Entscheidungen zu unterstützen.

Auch darüber werden wir berichten.

 

Alles in allem war es wohl die spannendste Wahl der letzten Jahre in St. Wolfgang.

Es ist eine neue politische Kultur in der Gemeinde eingezogen. Die Parteien versuchen näher an ihre Bürgerinnen und Bürger heranzurücken. Wir hoffen, daß diese Bürgernähe, jetzt, nach der Wahl, nicht wieder verloren geht und wir auch in wichtige Entscheidungen eingebunden werden und das eine oder andere Mal befragt werden.


Wir hoffen auch, daß wir nicht bis zur nächsten Wahl warten müssen, bis die ÖVP oder die SPÖ wieder vor unseren Haustüren auftaucht, um uns über ihre Leistungen und Projekte zu informieren.

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