Eisenbahn, Seilbahn und Betten

Veröffentlicht auf von Bürgerliste St. Wolfgang

Jetzt bekommt alles plötzlich Sinn.

 

Eines fügt sich zum Anderen.

Die Brücke, die unser Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Johannes Peinsteiner zur Revitalisierung der Ischler-Bahn über den See bauen möchte, fügt sich zur Seilbahn, die der Bürgermeister von Strobl auf die Postalm bauen will und dazu brauchen wir natürlich die eilig zusammengezimmerten Betten in St. Wolfgang und rund um den See.

Schließlich brauchen bautechnische Großprojekte große touristische Infrastrukturen.

Big is beautiful.

200-300 Betten auf der Postalm. 1000 in St. Wolfgang. Die Wolfgangseebundesstraße wird zum Mekka für die Baulobby und touristische Vorzeigezöglinge. (Kann sich noch wer erinnern: Was haben diese Vorzeigetouristiker für ein Desaster am blue dom hinterlassen! Ein Einzelfall?)

 

Jetzt wird die Vision des ÖVP-Duos am See klar: zwei Bürgermeister - zwei Bahnen.

Da erhält auch das Geschenk der Strobler an die St. Wolfganger in der Badeplatzkooperation plötzlich Sinn. (Endlich mal eine gelungene Aktion unseres Bürgermeisters, auch wenn das Zustandekommen dieser Wohltat auf wackeligen demokratischen Beinen steht, wie vieles in St. Wolfgang und offensichtlich auch in Strobl.)

Die zwei Gemeinden rücken zusammen, weil zusammenwächst, was zusammengehört.

Weikinger hilft Peinsteiner um die erzürnten St. Wolfganger zmindest in einer Sache zu befrieden.

Zug um Zug wächst am Wolfgangsee zusammen, was immer schon zusammengehörte.

 

Was die beiden nicht bedacht haben oder vielleicht nicht bedenken wollen oder können: Wird es in fünfzehn Jahren noch genug Schnee geben auf der Postalm? Ein sanfter, ökologisch verträglicher Ausbau der Postalm mit Schneekanonen im Wert von 800.000 €? Wie soll das gehen? Und was, wenn die schneearmen und regenarmen Winter anhalten? Gut, wir haben den See. Dann kriegen wir halt zu den beiden Bahnen noch eine Riesenpumpe, die das Wasser des Sees auf 1300-1500 m hochpumpt. Alles kein Problem. Alles ganz ökologisch und naturnah. Wasser aus dem See für Schnee auf den Bergen. Wer kann denn gegen soviel Geschäftssinn Einwände erheben?

 

Liebe Strobler ich wünsch euch viel Glück mit soviel gutem politischen Willen.

Zwei Großprojekte für fünfzehn Jahre Zukunft.

Heute noch sind die Budgets knapp (unser Bürgermeister kündet ja längst vom Aufschwung 2013), der Rechnungshof warnte heute vor ausufernden Schulden in den nachgeordneten Staatsinstitutionen, damit meint er Länder und Gemeinden. St. Wolfgang steht seit drei Jahren an der Kippe und wird vom Land Jahr für Jahr wegen seiner nachläßigen Budgetpolitik gerügt, und ich denke, die Schulden werden an euch hängen bleiben.

 

Schön daß wir in St. Wolfgang jemand gefunden haben, der mit uns mitzieht und die Zeche zahlen wird, für den Größenwahn einer Tourismusindustrie, die ökologisch nachhaltig Bahnen baut, künstlichen ökologisch einwandfreien Schnee erzeugt und die Landschaft ganz sanft mit Betonpfeilern im See beglückt.

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Veröffentlicht in Wirtschaftspolitik

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