Bürgermeistergespräch Teil 7 - Resumee

Veröffentlicht auf von Bürgerliste St. Wolfgang

Was wir aus einem Bürgermeistergepräch lernen können
Das Bürgermeistergespräch hat uns gezeigt, daß wir mit unserer BürgerListe durchaus im Trend der Meinungsbildung liegen. Unsere Forderungen stoßen bei den Bürgern und Bürgerinnen in St. Wolfgang durchaus auf Interesse. Der Bürgermeister ist bemüht, sich um alle Belange der Infrastruktur und des Bauwesens zu kümmern. Das macht er in hervorragender Weise. Er bringt Gewerbe- und Hotelbetriebe in die Gemeinde.
Doch was die Gemeindepolitik übersieht, ist, daß durch die immer weiter auf Wachstum orientierten wirtschafltichen Projekte das Gemeinwohl leidet. Es war richtig in den letzten Jahren Vieles auszubauen und umzubauen, zu expandieren, die Konjunkturprogramme zur wirtschaftlichen Expansion des Landes und des Bundes in der Gemeinde umzusetzen. Doch jetzt ist die Zeit gekommen, wo wir uns darum kümmern sollten, diese Erfolge auch im sozialen Bereich zu nutzen. Den sozialen Sektor gegenüber der Bau- und Tourismuswirtschaft zu stärken.
Infrastruktur im Bereich der baulichen Substanz, der touristischen Entwicklung hilft zwar der Wirtschaft. Daraus aber den Schluß abzuleiten, daß die soziale Gemeinschaft automatisch ein gedeihliches Leben führt, ist falsch.
Dazu als letztes ein kurzes Zitat aus einem Reiseführer über Zakynthos, das durchaus auch auf unsere Gemeinde zutreffen könnte:
„Doch natürlich hat der Tourismusboom auch seine Schattenseiten für die wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklung der Insel. Er schafft ökonomische Abhängigkeiten, insbesondere von Hoteleinkäufern und ausländischen Reiseveranstaltern, er hat die Verschandelung ganzer Küstenstriche und Strände mit sich gebracht. (…) Hinzu kommen Veränderungen in den traditionellen Sozialstrukturen der Insel: Junge Menschen wandern aus den Bergdörfern ab, weil sie sich lieber als Kellner in einer Straßenkneipe oder als Zimmermädchen im Hotel verdingen, als sich auf den Feldern zu plagen. Nicht zu vergessen schließlich die Konfrontation mit mittel- und westeuropäischen Sitten, die gravierende Umwälzungen mit sich gebracht hat und oft die Ursache für sozialen Unfrieden, Neid und Konkurrenzdenken untereinander ist. Diese und ähnliche Faktoren sind der Preis, den man für den relativen Wohlstand durch den Tourismus zahlen muss.“
(Zakynthos 2007, Michael Müller Verlag, S.31)

Nicht nur mit dem Hotelbau auf der Rössl Wiese und dem damit verbundenen Betreiber Travel Charme Hotel steigt die Abhängigkeit des Tourismus in unserer Region von globalen Krisen zusehends.
Nur wenn es uns gelingt, global zu denken und gleichzeitig lokale und regionale Handlungsfelder zu erschließen (siehe Teil 5) wird es uns gelingen, auch in künftigen Krisen (und diese werden kommen, da vom derzeitigen, wachstumsorientierten Wirtschaftsmodell niemand abrücken möchte) als soziale Gemeinschaft gestärkt hervorzugehen.
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