Die Gemeinderatssitzung
Einige von Euch warten wahrscheinlich auf einen Bericht von der letzten Gemeinderatssitzung.
Nun da gäbe es viel zu sagen. Am Anfang eine matte Sache, dann kam aber schließlich Fahrt auf, als unser Kulturreferent sinngemäß mitteilte, daß es am Wolfgangsee nicht immer nach den Buchstaben des Gesetzes zugeht. (Darüber werden wir noch informieren.) Ich meine, nicht, daß er uns etwas Neues mitgeteilt hätte, aber daß er so offen darüber spricht, in einer öffentlichen Sitzung, vor den Medien, daß finde ich doch sehr erstaunlich.
Weiters: Wir dürfen nun für 4000,00 Euro in Strobl baden gehen. Das ist doch einmal was. Zehn Jahre dürfen wir nun 4000,00 € (also insgesamt 40.000,00 €) an Strobl überweisen. Dafür haben 100 St. Wolfganger für 15,00 oder 20,00 € Zugang zum See. Endlich mal eine gute Sache her Bürgermeister. Gratulation
Beim Rechnungsabschluß jedoch war die Freude dann nicht so groß. Was wir in den Budgetzahlen finden konnten, waren Ausgaben in Höhe von 14.000,00 € für Ehrungen von Gemeinderatsmitgliedern und den Landeshauptmann persönlich. Nun 14.000,00 € ist ein hübsches Sümmchen um Leute zu bewirten, wo wir in der Gemeinde hinten und vorne kein Geld mehr haben. Was könnten wir im Kindergarten nicht alles machen für 14.000,00 €. Rückblickend bin ich froh, daß ich gegen die Ehrung gestimmt habe. So hätten wir wieder ein wenig Geld sparen können.
Unser Herr Bürgermeister ist ja mehr dem Wachstumsgedanken verpflichtet als dem Haushaltsgedanken. Er ist noch immer der Meinung, wer viel ausgibt, wird viel verdienen. Da kann ich nur sagen, das ist eine Milchmädchenrechnung wie Griechenland zeigt.
Nun ja und dann ist da noch der Prüfbericht der Bezirkshauptmannschaft Gmunden zum Voranschlag 2011. Mein Lieblingssatz daraus ist: "Der Beginn oder die Realisierung neuer außerordentlicher Vorhaben wird in der restlichen Legislaturperiodebis einschließlich 2015 nicht mehr möglich sein." Na, da wird es nichts werden mit der neuen Musikschule, dem Altenheim in Strobl, der "liaben kleinen Eisenbahn" (alles Wahlkampfversprechungen von 2009). Nun auch darauf hatte unser Herr Bürgermeister eine Antwort. Er ist der Meinung, daß das alles Unsinn ist. Natürlich ist er der Meinung, daß das Land Oberösterreich selbstverständlich für St. Wolfgang Projekte eine Ausnahme machen wird.
Schließlich kann es ja nicht angehen, daß das Land einem verdienstvollem Mann wie ihm, eine Bitte nach mehr Geld abschlagen könnte. Geld ausgegeben ist rasch, es wieder hereinzubringen, scheint mir schwierig. Dazu noch ein sinngemäßer Satz unseres Amtsleiters: Es ist doch toll, daß unsere Gemeinde Überschüsse erwirtschaftet.
Die Gemeinde erwirtschaftet gar nichts. Die Menschen erwirtschaften die Überschüsse, die Gemeinde verwaltet sie nur. Unsere Gemeindeobersten sind offensichtlich der Meinung, sie führen einen Wirtschaftsbetrieb. Dem ist nicht so. Sie verwalten unser aller Eigentum. Das vergessen sie nur allzuoft.
Da kann ich nur sagen: Wir sind das Volk. Und wir sollten den Politikern auch öfter zeigen, dass es unser Land ist, unser Geld und unsere Zukunft, mit der sie derart fahrlässig umgehen.




