Zur Präzisierung
In Zeiten, in denen die Politiker selbst die Demokratie untergraben, aus der sie durch Wahlen hervorgegangen sind, haben Spezialisten wie ich, die sich seit Jahrzehnten mit Fragen der Funktionsweise von Institutionen, politischen Parteien und auch von demokratischen Prozessen wissenschaftlich und politisch auseinandersetzen, keine Chance.
Heute sind Bürokraten und Technokraten vom Zuschnitt unseres Bürgermeisters gefragt. Das sind Spezialisten in der Frage wie man aus einem Euro zwei machen kann. Aber nicht wie man diese zwei Euro gerecht unter den Menschen verteilt.
Gefragt sind heute Baumeister und Tourismusspezialisten. Gefragt sind Betonmaschinen und Einkaufszentren. Gefragt sind Bankfachleute und Wirtschaftsgurus. Da sind Leute die in Fragen von Demokratie, Verteilungs- udn Versorgungsgerechtigkeit und alternativer Lebensentwürfe vollkommen Fehl am Platz.
In den Augen von Technokraten und Ökonomiebürokraten sind Leute wie ich natürlich ein Bremsklotz für ihre hochfliegenden Pläne. Auf Dauer gesehen wird sich die Ausgrenzung von Leuten, die sich um eine Re-Demokratisierung der österreichischen Politik bemühen, alle Bestrebungen der Technokraten vom Zuschnitt eines Johannes Peinsteiner, aber wieder zunichte machen.
Denn ein Ort, der seine demokratischen Strukturen auf Dauer untergräbt und die Bürger konsequent und strukturell aus dem politischen Entscheidungprozess ausschließt, wird sich in seinen sozialen Strukturen auflösen und zu immer größerer politischer Willkür neigen.
Die Veränderung in diesem Ort, den ich mein kaltes Land nenne, wird nicht von mir kommen. Ich bin nur ein "Einzelkämpfer", wie sie immer behaupten. (Obwohl ganz kann ich die "Einzeltätertheorie" in meinem Fall nicht unterschreiben.) Die Veränderung wird kommen, wenn die Menschen es satt haben, sich immer wieder der Willkürherrschaft von Bürgermeister, Vizebürgermeister, Tourismuschef, Bauwirtschaft und Hoteliers unterwerfen zu müssen.
Ich habe Zeit und einen langen Atem. Die nächste Wahl kommt bestimmt. Ich hoffe Hannes Peinsteiner bekommt einen würdigen Gegener als Bürgermeisterkandidat. Ich hoffe, die Menschen erinnern sich in drei Jahren noch an die Demütigungen, die sie von der FPÖVP-Regierung hinnehmen mussten (gegebenenfalls werde ich sie daran erinnern) und geben dem Bürgermeister und seinen Kumpanen jenes Ergebnis, das sie dann verdient haben werden.