Offener Brief an Ischler Woche
Sehr geehrter Herr Unterkofler!
Ich beziehe mich hier auf Ihre Kolumne mit dem Titel "Fastenzeit".
Zum Ersten: Herr Arno Perfaller ist auf seine eigene Fotomontage hereingefallen. Zu keiner Zeit habe ich das Hotel verbreitert. Ich habe lediglich die Montage von Herrn Perfaller weiterbearbeitet und durch die Beseitigung der üppig gesetzten Bäume das Projekt ins rechte Licht gerückt. Die von ihm montierten Bäume werden frühestens in dreißig Jahren nach Umbau jene von ihm ersehnte und behübschende Größe erreichen. Auf Grund von Arno Perfallers Aussage in Ihrer Kolumne muß ich nun annehmen, daß er selbst die Verbreiterung des Gebäudes vorgenommen hat, um den St. Wolfganger Gemeinderat arglistig zu täuschen und seinem „tunesischen Bunkerbau“ ein modernes Ökoimage zu verpassen.
Zum Zweiten: Ich betrachte Ihren Angriff als Versuch meinen politischen Ruf zu schädigen.
Zum Dritten: Neuerlich haben Sie gezeigt, daß Ihre Zeitung von unabhängigem Journalismus so weit entfernt ist, wie ich vom Mond entfernt lebe. Die Parteinahme für die Interessen der ÖVP St. Wolfgang war unter Herrn Kuprian legendär und dessen Kumpanei mit Herrn Bürgermeister Hannes Peinsteiner unübersehbar.
Zum Vierten: Ich habe die Salzburger Nachrichten darüber informiert, daß ich die Montage selbst weiterbearbeitet habe, in dem ich die Bäume auf ihr natürliches Maß zurückstutzte. Ich sehe einer Klage Arno Perfallers gelassen entgegen. Er hat sich neuerlich als schlechter Verlierer gezeigt. Die ÖVP St. Wolfgang ist gewohnt, ohne ausführliche Diskussionen mit den Bürgern und Bürgerinnen Tourismuskonzepte umzusetzen, deren Wirksamkeit nicht nur zweifelhaft im ökonomischen Nutzen, sondern auch in ihrem Zustandekommen politisch fragwürdig sind.
Arno Perfaller als Kulturreferent der Gemeinde sollte seinen Hut nehmen, wenn er nicht mehr zwischen politischer Funktion und wirtschaftlichem Eigeninteresse unterscheiden kann.
Zum Fünften: Arno Perfaller hat ein Projekt vorgelegt, das weder einen genauen Plan, noch eine Finanzierung, noch ein Konzept zur Bewirtschaftung enthält. Ich kann verstehen, daß die mediale Aufmerksamkeit und die daraus entstandene Informiertheit der Bevölkerung dem Eigentümer Arno Perfaller und unserem Landtagsabgeordneten Hannes Peinsteiner auf die Nerven geht. Aber so ist das politische Geschäft.
Zum Sechsten: Sollten Sie tatsächlich an unabhängigem Journalismus interessiert sein, wie Sie mir in den letzten Monaten versicherten, bin ich gerne bereit, mich mit Ihnen über das Projekt und meine tatsächlichen Handlungsweisen zu unterhalten. Im Gegensatz zu Ihrem Blatt haben die Bezirks-Rundschau und die Salzburger Nachrichten beide Seiten befragt und nicht blind auf eine Interessengruppe gesetzt.
Noch ein Nachsatz: In Bezug auf die Urheberrechtsverletzung möchte ich folgendes festhalten: Arno Perfaller hat mit seiner Fotomontage ein Kunstprodukt geschaffen und keine künftige Realität abgebildet. Ich, als freischaffender Künstler, habe seine Kunstproduktion zu einer weiteren möglichen Zukunftsrealität weiterentwickelt und ebenso ein Kunstprodukt geschaffen und der Öffentlichkeit vorgestellt. Ich habe zu keiner Zeit, im Gegensatz zu Arno Perfaller, behauptet, daß dies eine künftige Realität darstellt. In der Urheberrechtsfrage lasse ich mich gerne auf einen Kunstdiskurs über Realitätsverhältnisse ein.
Mit bitte um Kenntnisnahme
Beiliegend finden Sie die Kolumne, auf die ich mich in meinem Brief beziehe. Dieser Brief geht als offener Brief an alle Medien, politischen Entscheidungsträger und relevanten Bevölkerungsgruppen in Österreich.
Hier die relevanten Artikel und Materialien
Kolumne Christoph Unterkofler, Ischler Woche, 16. März 2011
Kolumne Thomas Kramesberger, Bezirks-Rundschau, 10. März 2011
Bezirks-Rundschau, 10. März 2011
Salzburger Nachrichten, 26. Februar 2011





