in einer deutschen talkshow

Veröffentlicht auf von Raimund Bahr

In einer deutschen talk-show dieser Woche setzte ein Journalist einen selbstkritischen Satz ab. Er meinte, daß die Bürger, die in der Lage wären, die Entstehung einer abgekoppelten politischen Parallelwelt zu stoppen, dies nicht in ausreichendem Maße getan haben und nach wie vor nicht tun. Er meinte, daß die passiven Bürger, die sich aus dem politischen Tagesgeschäft herauhalten, mit dazu beitragen würden, daß eine politische Kaste entstehen kann, die ohne gesellschaftliche Rückbindung und persönliche Verantwortung Entscheidungen trifft, gegen die wir alle vier, fünf (oder in manchen Fällen sogar sechs Jahren) an einer Urne unseren Widerspruch einlegen können.

 

Die Urne als Sinnbild für die Demokratie sagt ja schon alles. Wir dürfen unser Votum rückwirkend, dann, wenn alles schon zu spät ist, der politische Unsinn und die Demokratie schon zu Grabe gertragen wurden, abgeben. Die Urne ist im Verhältnis zum Sarg ja demokratischpolitisch noch erbärmlicher. In der Urne ruht der verbrannte Leichnam. Der Körper der Dekmokratie wird in der Urne entsorgt.

 

Ich muß dem Mann recht geben. Wenn die Bürger die Hände in den Schoß stecken, anstatt sie sich in der Politik schmutzig zu machen, dann dürfen sie am Ende nicht erstaunt sein, daß sie über den Tisch gezogen werden. Eine derartig passive Haltung gegenüber der gremialien Politik in der Demokratie macht das Volk in seiner Kritik auch nicht gerade glaubwürdiger..

 

Was not tut, ist noch mehr Einmischung in die Tagespolitik durch die Bürger und Bürgerinnen. Auch wenn das schwierig und nervenaufreibend ist. Räsonieren und schwadronieren über die Schlechtigkeit der Politik ist zu wenig. Das wird uns vor den Machenschaften der Berufspolitiker (und wir haben einen solchen als Bürgermeister) nicht schützen.

 

Nur mitmachen, Kritik aus politischen Funktionen heraus betreiben, Infomrationsweitergabe und die Schaffung von Öffentlichkeit für die Anliegen von Bürgern und Bürgerinnen kann Berufspolitikern das Fürchten lehren. Und vielleicht ist dann Michel Foucaults Begiff von Kritik umsetzbar.

Er sagte: Kritik hat den Sinn nicht dermaßen regiert zu werden.

 

Lassen wir uns nicht mehr dermaßen regieren!

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D
<br /> http://diepresse.com/home/meinung/dejavu/406666/Deutsch-fuer-Inlaender<br /> wäre dem st wolfganger gemeinderat zu empfehlen.<br /> <br /> <br />
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