Familienpolitik

Veröffentlicht auf von Bürgerliste St. Wolfgang

„Noch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die finanzielle Entlastung der Eltern, das sind zwei Ziele der oö. Familienpolitik.“

Dieses Zitat aus der Zeitschrift „wir in oö“ der ÖVP im Traunviertel zeigt nur einmal mehr, was für eine Heuchelei die ÖVP betreibt. Einerseits fordern sie vor der Wahl die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, ohne dazu zu sagen, daß es gerade in OÖ ein Kinderbetreuungsgesetz gibt, das jeder fortschrittlichen Familienpolitik spottet und in der Praxis oft nicht handhabbar ist.

 

Kostenloser Kindergarten ist ein Schritt in die richtige Richtung. Auch eine oö. Familienkarte hilft den Menschen Geld zu sparen. Doch geldpolitische Steuerungsmaßnahmen sind in der Familienpolitik zu wenig. Familienpolitik mißt sich vor allem an der psychischen, sozialen und politischen Unterstützung der Eltern und ihrer Kinder.

 

Oberösterreich hat zwar den Gratiskindergarten eingeführt aber gleichzeitig eine der niedrigsten Quote an Kinderbetreuungsplätzen. Auch die Öffnungszeiten z.B. des Kindergartens in St. Wolfgang sind für vollzeitbeschäftigte Eltern nicht sehr geeignet. Ferienbetreuung, vor allem im Monat August, ist nur bis sechsjährige gewährleistet. Schulkinder sind in diesem Monat ohne Betreuung.

Die ökonomische Absicherung von Tagesmüttern ist mehr als prekär. Familienpolitik bedeutet, den Familien möglichst viel Zeit zu geben.

Beiden Seiten: den Kindern Entfaltungsmöglichkeiten zu schaffen und dazu gehören vor allem soziale Gruppen Gleichaltriger, in den sie sich bewegen können. Den Eltern die Möglichkeit zu geben, manchmal ein Stück Zeit für sich zu haben.

 

Gerade in St. Wolfgang weht nicht unbedingt der Geist fortschrittlicher Familienpolitik. Familienpolitik heißt, den Freiraum für Eltern und Kinder zu erweitern. Das bedeutet vor allem mehr Beteiligung der Männer an Hausarbeit und Kinderbetreuung, damit Frauen in ihren Berufen mehr Chancen haben und sich auch in die Gemeindepolitik einbringen können.

 

Was wir brauchen, ist letztlich eine solide Grundsicherung, die es uns möglich macht, eine Entscheidung darüber zu treffen, ob wir uns im Arbeitsprozeß unserer Verantwortung als Bürger und Bürgerinnen stellen oder uns für Kinder, soziale Belange und politische Strukturen einsetzen wollen.

 

Familienpolitik bedeutet vor allem Grundsicherunsgpolitik und nicht Armutskosmetik.

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Veröffentlicht in Grundsätzliches

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