Bürgermeistergespräch Teil 2 – Soziales

Veröffentlicht auf von Bürgerliste St. Wolfgang

Die Gemeinschaft zerbricht
Aus dem im Teil 1 Gesagten leitete sich die zweite Feststellung ab. Die soziale Gemeinschaft droht (soferne sie nicht längst zerbrochen ist) auseinanderzubrechen. Mag. Helmut Peter gab zu bedenken, daß es in St. Wolfgang kein soziales Zentrum mehr gebe. Wo sollten sich Neuzugänge hinwenden, die ja nicht von offizieller Seite empfangen werden, um sich mit den sozialen Gegebenheiten vertraut zu machen. In St. Wolfgang existieren mittlerweile mehrere Parallelwelten.
Viele Vereine haben mittlerweile ein eigenes Vereinslokal. Alle treffen sich außerhalb des öffentlichen Raumes. Es gibt kaum noch Versammlungen in den Wirtshäusern. Es gibt kein Lokal, wo wir hingehen können und wissen, dort trifft sich St. Wolfgang zum Reden. Es gibt keinen definierten Ort, wo wir uns über Privates und Politisches austauschen, wo wir Mißverständnisse ausreden und Meinungsverschiedenheiten ausdiskutieren können. Das betrifft die Jungen ebenso wie die Alten.
Was wir dagegen tun können?
Vorschlag der BügerListe:
Es muß einerseits ein Begegnungszentrum für St. Wolfgang geschaffen werden und die Gemeinde hat dafür Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Es müssen neue Nachbarschaftsprojekte aufgebaut werden, in denen Menschen wieder miteinander für eine lebendige Gemeinschaft arbeiten und nicht nur für das wirtschaftliche Wachstum. Neben dem generellen Rückzug der Menschen ins Private in den letzten zwei Jahrzehnten trägt auch der ausufernde Tourismus dazu bei, daß wir auch in der toten Saison kaum noch Zeit für einander haben.
Zeit ist ein knappes Gut in unserer Gemeinde.
Wir können uns aber mit dem Geld, daß wir verdienen, Zeit nicht kaufen. Wir können uns Konsumgüter kaufen, aber nicht Gesprächszeiten, Begegnungszeiten. Erst wenn wir bereit sind, zugunsten der Begegnung auf ein Stück Wachstum zu verzichten, werden wir wieder eine soziale Gemeinschaft werden, die auf den Prinzipien der Solidarität und Begegnung basiert.
Die Bürgerliste wird dazu ein Sozialprojekt zum Thema Zeittauschbörsen und Regionalgeld am 22. Juni 2009 (20:00 Uhr, Gasthof Bürglstein) für St. Wolfgang und gemeinsam mit anderen Bürgern und Bürgerinnen aus anderen Gemeinden für das gesamte Salzkammergut starten.
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